PASTICHE

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Esther Schena und Johanna Bossart 

Eine der ersten gemeinsamen Arbeiten von Esther Schena (1976, Müstair GR) und Johanna Bossart (1977, Brugg AG) entstand vor zehn Jahren während eines Aufenthalts in New York und Paris. Trotz der grossen Distanz wollten die Künstlerinnen einen Tag ge-meinsam verbringen und stellten sich dafür verschiedene alltägliche Aufgaben, die es zu absolvieren galt. Dabei ging es nicht nur um das Alltägliche oder Unaufgeregte, das wir aufgrund seiner Selbstverständlichkeit nicht mehr sehen (können), sondern auch um das Erkunden des urbanen Raumes und Lebens. Gerade Sophie Calle und ihre Beschäftigung mit Baudelaires Flaneur war eine zentrale Referenz in ihrem Vorgehen.

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Das Kopieren, Neuauflegen und Zitieren bestehender Arbeiten hat Esther Schena in ihrer fünfzigteiligen Arbeit „Louvre 1-50“ durchexerziert. Es handelt sich um Kopien von Zeich-nungen, die wiederum Kopien altmeisterlicher Werke sind, die sie im Louvre vor Originalen gefertigt hat. Diese Zeichnungen befinden sich in einem Heft, das mit Durchpauspapier ausgestattet ist und die gefertigten Skizzen automatisch dupliziert. Der doppelte Kopier-vorgang setzt sich in einem ersten Schritt aus dem Abzeichnen Alter Meister und in einem zweiten aus dem automatischen, analogen Kopieren durch das Durchpaus-Hefts zusam-men. Die Arbeit reflektiert die Wiederaufnahme der eigenen künstlerischen Arbeit und ist gleichzeitig eine Erinnerung an den Aufenthalt in Paris.

Ausschnitt aus Saaltext geschriben von Daniela Minneboo, 7. Oktober 2016


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